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Eignungstest bei der Bundeswehr

Für die Feldwebellaufbahn

Wir. Dienen. Deutschland. So das Motto der Bundeswehr heute, abgesegnet und publiziert durch unseren Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Genau das war auch meine Motivation mich aus der Rolle des Zivilisten neu zu orientieren und meine human resources bestmöglich einsetzen zu können.

Eignungstest als Pilot

Testverfahren bei einer Flugschule

Am leichtesten lernt man von anderen. Teilnehmer schildern Ihre Erfahrungen und berichten von Ihrem Assessment Center

Bericht lesen

Die Bewerbung

Beim Karriereberater der Bundeswehr vor Ort informierte ich mich, was ich mit meiner abgeschlossenen Ausbildung anfangen und wie man mich sinnvoll einsetzen könnte. Nachdem ich alle Unterlagen (Zeugnisse, Geburtsurkunde, Führerschein, Nachweis der aktuellen Beschäftigung) eingereicht hatte, bewarb ich mich Anfang Juni für die Feldwebellaufbahn mit Start zum ersten Oktober. Man sagte mir, dass die Unterlagen zu der zuständigen Dienststelle nach Düsseldorf weitergeleitet und bearbeiten würden. Dieser Vorgang sollte zwischen 6 bis 12 Wochen andauern. Nach 12 Wochen Wartezeit ohne jegliches Lebenszeichen horchte ich in der Dienststelle beim Karrierecenter der Bundeswehr in Düsseldorf nach. Diese gab mir zu verstehen, dass aufgrund der hohen Bewerberzahlen die Bearbeitung der Anträge noch einige Wochen andauern würden. Nach 15 Wochen schrieb ich an meinen Sachbearbeiter eine Email, der mir prompt antwortete, dass er mich nicht vergessen habe und ich Mitte November nach Düsseldorf zum Eignungstest eingeladen sei. Die schriftlichen Informationen dazu würden per Post folgen. Das taten sie auch. Allerdings war das Datum durch eine maschinelle Erstellung nicht datiert, sondern bestand ausschließlich aus Nullen. Zusätzlich zu der Einladung gab es ein Freiticket der Deutschen Bahn, welches man in jeder DB-Stelle (unter Vorlage der Einladung) gegen ein Ticket vom Heimatbahnhof zum Bestimmungsort einlösen konnte, eine Anfahrtsbeschreibung, die Aufforderung sämtliche ärztlichen Unterlagen, wie Röntgenbilder, urologische Untersuchungsbefunde usw., mitzubringen, sowie ein grobes Inhaltsverzeichnis des Eignungstests. Nochmal nachgehakt, hatte auch ich schließlich einen genauen Termin bekommen.


Ankunft auf dem Bundeswehrgelände

Mitte November war es dann soweit. 9.30 Uhr im Karrierecenter der Bundeswehr an der Ludwig-Beck-Straße sollte es losgehen. Für Bewerber mit einer längeren Anfahrt wird die Möglichkeit angeboten schon am Vortag anzureisen. Für mich ging es am selben Tag um ca. 4.30 Uhr los. Mit der Bahn zum Hauptbahnhof nach Düsseldorf und von dort dann mit dem Bus 834 bis zur Haltestelle Ludwig-Beck-Straße. Die Busfahrt übernimmt die Bundeswehr übrigens nicht. Ausgestiegen am Bestimmungsort nahm ich Kontakt zu zwei ebenfalls ausgestiegenen Fahrgästen auf, die mir wegen ihrer Sporttaschen sehr verdächtig schienen. Auch sie wollten zur Liegenschaft. Diese war auch ohne Ausschilderung sehr leicht zu finden und zugänglich. Im beleuchteten Gebäude an der Rezeption wurden unsere Personalien abgeglichen. Es gab für jeden Neuankömmling einzeln eine kurze Einführung die besagte, dass Alkohol in Maßen außerhalb der Liegenschaft, Drogen gar nicht, und Zigaretten nur in bestimmten Bereichen konsumiert werden dürften. Männer hätten auf dem Frauenflur nichts zu suchen genau wie umgekehrt. Die Tore schließen um 21 Uhr, die Nachtruhe ist 22 Uhr. Eine kurze, selbstverständliche Einweisung. Als ersten Auftrag gab es die Hausordnung nochmal in einer roten Kladde abgeheftet zum Nachlesen. Diese Kladde sollte unsere Laufmappe werden und war immer am Mann zu führen, da sie als Ausweis auf dem Militärgelände diente. Außerdem wurden wir einer Stube zugeteilt, bekamen ein Schloss für einen der Spints, die sich auf der Stube befanden und Bettwäsche. Für mich ging es in den ersten Stock, am Speisesaal vorbei auf die niemals abgeschlossene Stube. Zwei von vier Betten waren bereits bezogen, woraus ich schloss, dass auch andere Bewerber da sein müssten. Nachdem das Bett bezogen und die Tasche verstaut war, nahm ich meine Mappe und setze mich zu ein paar anderen Bewerbern in eine Art Wartesaal vor der Rezeption. Es waren noch 10 Minuten bis zum offiziellen Start. Man tauschte sich aus und fand schnell die Kameraden, mit denen man die nächsten Tage die Stube teilen sollte. Die Gruppe war mit 12 Leuten sehr überschaubar, allerdings liefen auch schon vereinzelt zivil gekleidete Personen mit roten Mappen umher. Laut einem bereits gedienten Soldaten wurden die Kleingruppen eingeführt, um einen reibungslosen Ablauf der einzelnen Tests zu garantieren.


Biographie und ärztliche Untersuchung

9.30 Uhr der Start. Abgeholt von einem Bootsmann, wurde die 12er Gruppe in zwei 6er Gruppen geteilt. Meine Gruppe kam zur Einführung in einen Schulungsraum, der aussah wie ein Klassenzimmer. Wir wurden angewiesen, dort Platz zu nehmen, wo bereits abgezählt Biographiebögen lagen. Diese galt es vorerst nicht weiter zu beachten. Der Bootsmann stellte sich vor, seinen Kollegen und zwei zivile Mitarbeiter, wobei alle außer ihm nur Zuhörer seien und uns dementsprechend im Nacken saßen. Dieser Mann hatte eine sehr lockere und offene Art und flaxte auch ab und an mit seinem Kollegen, wer denn die schönere Uniform besäße. Es nahm gerade den jünger wirkenden Bewerbern deutlich die Anspannung. Im Endeffekt wurde uns anhand einer Power-Point-Präsentation der genaue Ablauf und Inhalt des Eignungstests nochmal wiedergegeben. Nach ca. 30-minütiger Einführung wurden wir dann gebeten, den vor uns liegenden Bogen auszufüllen. Dafür ließ man uns mit 30 Minuten Zeit und der Bitte, bei vorzeitiger Fertigstellung Ruhe zu bewahren, alleine im Raum. Abgesehen von den persönlichen Eckdaten waren auch ein paar Fragen auf unliniertem Untergrund, handschriftlich zu beantworten. Wie verbringen sie ihre Freizeit?, Warum haben sie sich bei der Bundeswehr beworben? und Was machen sie, wenn es bei der Bundeswehr nicht klappt?. Um nur einige zu nennen. Ich fand die Zeit etwas knapp bemessen, während andere Bewerber früher fertig waren und dies auch verlauten ließen. Nach Ablauf der 30 Minuten kam ein uns fremder Soldat herein, teilte weitere Bögen aus und gab uns Anweisungen, wie wir damit zu verfahren hätten. Es ging dabei um Verzichtserklärungen, Mietverhältnisse und den Familienstand mit allen Ausführungen und Belehrungen, sowie Auflistungen, was die Bundeswehr wie bezuschusst. Ausgefüllt wurden alle Unterlagen eingesammelt und jeweils ein Duplikat in unsere Mappe geheftet. Nach dem Vorgeplänkel ging es für unsere Gruppe zur ärztlichen Untersuchung: Sehtest, Hörtest, Wiegen, Vermessung, Drogentest. Dann noch das ärztliche Gespräch und die Körperuntersuchung, wie man es vielleicht noch von der Musterung kennt. Am besten kennt man hier ganz genau, welche Allergien man hat oder auch als Kind schon hatte, legt ärztliche Befunde/Atteste vor und kennt alle Krankheiten, die übermäßig in Familienkreisen kursieren. Anders als noch vor einiger Zeit, haben sich hier die Wartezeiten deutlich verkürzt, was wohl mit den Kleingruppen zusammenhängt. Nach dem Abschluss der ärztlichen Untersuchung zurück zur Koordinationsstelle, die man nach jeder Station aufsucht, um neue Anweisungen zu bekommen. Für mich ging es weiter zum Essen. 25 Minuten Zeit den Speisesaal aufzusuchen, zu essen und mich dann beim Computertest einzufinden.


Computertest

Der Computertest wurde mit CAT5 erstellt. Auch hier gilt: Mappe abgeben und den zugewiesenen Platz einnehmen. Die Tastatur war weggeklemmt, da der Test ausschließlich mit der Mouse zu bearbeiten war. Der sogenannte Computertest umfasste mehrere Aufgabenspektren, die natürlich unter Einhaltung einer zeitlichen Vorgabe zu erledigen waren. Den Test einmal gestartet, erklärte er was im Folgenden passieren wird und wie man die Aufgaben mit den gegebenen Tools bearbeiten könne. Außerdem waren Beispielaufgaben und zwei Übungsaufgaben angegeben. Der Inhalt war sehr facettenreich und die Antwortmöglichkeiten multiple choice. Es gab einen Englischtest mit ca. 20 Aufgaben, in dem man Sätze ergänzen sollte, ca.40 Mathematikaufgaben, in denen es um Flächeninhalt, Berechnung des Umfangs, Dreisatz und Prozentrechnung ging, einen Matrizentest, einen mechanischen Test, wo man beispielsweise Zahnräder nach ihrer Laufrichtung bestimmen musste und Aufgaben, bei denen man für jede Zahl zwei verschiedene Symbole zur Verfügung hatte und dann eine Kettenrechnung anhand der Symbole durchführen sollte. Einen Konzentrationstest mit 390 Aufgaben, bei denen es für jede Richtung ein Feld gab in dem ein blauer oder ein roter Pfeil stehen konnte. Diese Pfeile konnten in eine beliebige Richtung zeigen und überall auftauchen. Ziel war es, den roten Pfeil nach Richtungsweisung und den blauen nach Standort zu bestimmen – innerhalb von 3 Sekunden. Abschließend gab es noch einen Test, in dem man spontan stimme zu, stimme nicht zu anklicken sollte. Dabei ging es um Fragen zur Integration, Gleichberechtigung und Selbstbeherrschung. Nach dem Computertest gab man mir 10 Minuten Zeit, mich umzuziehen und in der Sporthalle einzufinden. Dieses Mal in Begleitung.


Sporttest

Wir waren drei Prüflinge und ein Prüfer. Während eine andere Gruppe noch den Ergometertest absolvierte, wurden wir aufgefordert, uns warm zu laufen und zu dehnen. Nach ca. 5 Minuten, wurde uns der Pendellauf erklärt. Zwischen zwei Pylonen 4x9 Meter laufen in mindestens 10,3s (11,2s Damen). Sit-Ups sollten in 40 Sekunden mindestens 24 (17) Mal geschafft werden. Beim Standweitsprung taten sich die meisten schwer. Dort gilt es mit geschlossenen Beinen aus dem Stand 1,95m (1,57m) zu springen. Anschließend in 40 Sekunden mindestens 13 (13) Liegestütz und zu guter Letzt waren auf dem Ergometer 13,5 Minuten (14,5min) bis zu 195 Watt (145W) zu treten bei mindestens 30 Umdrehungen die Minute. Bei den Herren fing es gemächlich bei 60 Watt für 5 Minuten an und ging dann alle 4-5 Sekunden einen Watt höher. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht, sodass ich die letzten Minuten auch mit 120 Umdrehungen gefahren bin, während andere an den 30 Umdrehungen fast gescheitert wären. Wer in einer Disziplin durchfiel, also das Mindestmaß nicht erreichte oder im letzten Fall unter 30 Umdrehungen kam, schied automatisch mit einem nicht bestandenen Sporttest aus. Allerdings wurden wir auch aufgeklärt, dass man bei sonstiger Eignung den Sporttest innerhalb von 6 Monaten einmalig nachmachen oder aber das Deutsche Sportabzeichen erlangen könne und sich damit dann doch qualifizieren würde. Nach dem Sporttest ging es zum Duschen, dann auf die Stube. Den Rest des Tages hatte ich Freizeit.


Der zweite Tag - Psychologisches Gespräch

Am nächsten Tag um 7.30 Uhr stand dann das psychologische Gespräch an. In einem Wartesaal mit anderen Prüflingen untergebracht, haben wir wieder die Zeit genutzt und uns ausgetauscht, wie es bisher gelaufen sei. Nicht lange und ich wurde von einer jungen Dame in Zivilbekleidung abgeholt und in einen Büroraum gebracht. Dort saß noch ein Offizier und die junge Dame entpuppte sich als Psychologin und nahm ebenfalls mir gegenüber Platz. Die Psychologin hatte das Wort. Es ist üblich, dass eine einleitende Frage gestellt wird, um langsam in die Materie zu kommen. So war der Übergang von meiner Anfahrt am Vortag, über die Nachtruhe, über die Tests, zu meiner Selbsteinschätzung. Danach wurden meine Zeugnisse hinterfragt. Dabei ging es nicht um die Infragestellung der Echtheit, sondern vielmehr um die Erläuterung, warum man beispielsweise ein weniger gutes Abiturzeugnis hat. Anschließend wurde nochmal auf Fragen aus den einzelnen Tests eingegangen. Was man am Anfang in seinen Biographiebogen schrieb, wurde fast 1:1 nochmal abgefragt, wahrscheinlich um zu sehen, inwiefern man sich widerspricht oder authentisch wirkt. Während die Psychologin sehr einfühlsam und aufgeschlossen wirkte, war der Offizier eher der Gegenpart und hinterfragte die moralische Einstellung. Seine Aufgabe war es, auf Risiken einzugehen, beispielsweise beim Auslandseinsatz oder wie man bei einer Schussverletzung reagieren würde. Brav und wahrheitsgemäß beantwortete ich alle Fragen auch zur Kindheit, dem Verhältnis zu den Eltern, Drogenmissbrauch usw. Schließlich wurde ich ein paar Minuten vor die Tür geordert. Nach einer kurzen Wartezeit, durfte ich dann wieder in den Raum zurückkehren und mir wurde bestätigt, dass ich für den Feldwebel geeignet sei. Von dort ging es dann ganz schnell. Bei den Prüfern bedankt und ab zum Einplaner. Dieser hat dann geschaut, wofür man empfohlen wurde, welche Stellen davon generell offen sind und dass es möglichst heimatnah ist. Nach diesem kurzen Gespräch gab es noch eine letzte Station. Ein ziviler Mitarbeiter klärte über die Möglichkeiten und das Prozedere auf, wie man sich bei der Bundeswehr wieder auf den Einstieg in das Berufsleben vorbereitet und welche Unterstützung die Bundeswehr leistet. Nachdem auch dieses Gespräch beendet war, musste ich noch meine Bettwäsche zusammenlegen, an der Rezeption abgeben und mir ein neues Bahnticket abholen. Während neue Prüflinge gerade eincheckten, ging es für mich bereits auf den Heimweg. Von den 12 Prüflingen unserer Anfangsgruppe, wurden vier für geeignet erklärt. Zwei davon müssen allerdings noch auf ein Gutachten von Fachärzten der Bundeswehr warten, ehe sie sicher ihrer Berufung nachkommen dürfen.




Kommentare

Tommyreeldon - 16.08.2017, 14:41 Uhr

Vielen dank, auch von mir für diese Beschreibung und zusammenfassung der Eignungsfestellung.

Ich habe mich vor ein Paar monaten ebenfalls für die Feldwebellaufbahn beworben. Allerdings mit einem Realabschluss mit dem durchschnitt von 3,2. Ich habe zu grund sorge, dass ich nicht genommen werde & die Bundewehr ist das einzige was mir bleibt aber auch was ich tun möchte. Also will ich dich hiermit bitten evt. mehr auf die fragen beim Psychologen gespräch einzugehen. Welche wurden noch gestellt? Wie könnte man sich noch darauf vorbereiten? Von meinem Bruder weiss ich, dass das Gespräch mit dem Psychologen um die 70% der Wertung ist. Daher meine Bitte an dich.

LG und danke im Vorraus!

Rosalie - 05.02.2016, 19:19 Uhr

Danke für die umfassende Vorbereitung

DoGGiezBone - 03.03.2014, 14:01 Uhr

Vielen Dank für diese ausführliche Beschreibung!
Hat mir sehr geholfen

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